Wirtschaft in Lateinamerika
Seit 1930 hat Südamerika eine deutliche Diversifizierung auf fast allen wirtschaftlichen Sektoren erreicht, und diese Anstrengungen haben ihm ein bemerkenswertes Wachstum beschert. Die Industrialisierung und Verarbeitung von Lebensmitteln ist eine der bedeutendsten Aktivitäten des sekundären Sektors. Weitere Industrien finden sich im Umfeld der grossen Städte, wie zum Beispiel Ölraffinerien, Eisen- und Stahlhütten, Zementfabriken, Hersteller von Konsumartikeln wie Stoffen, Getränken, Automobilen, Elektro- und Elektronik-Fabriken, mechanische und kommunikative Ausrüster und Verpackungsindustrien.
Regional-wirtschaftliche Zusammenschlüsse gibt es in Südamerika seit 1960. Die “Associação Latino-Americana de Integração (ALADI)” – der “Bloco Andino”. Der wichtigste ist der “Mercado do Comércio Sulamericano” (MERCOSUR) – Gründungsländer sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay – später kamen Chile und Bolivien dazu, und erst vor kurzem ist Venezuela in den MERCOSUR aufgenommen worden. Diese Wirtschaftgemeinschaften bescherten auch dem Kommerz innerhalb Südamerikas einen deutlichen und beständigen Aufschwung.
Am deutlichsten ist der wirtschaftliche Vormarsch Südamerikas in Brasilien zu spüren. Die Handelsbilanz dee Landes ist seit Jahren positiv. Seine Währungsreserven überschritten kürzlich die 100 Milliarden Grenze und seine Währung, der Real, wird von Tag zu Tag stärker. Einige Branchen erzielen Rekordgewinne und im Agro-Business folgt eine Rekordernte nach der anderen. Heutzutage kann man ohne Risiken in Brasilien investieren. Die Renditen sind äusserst und die riesigen Reserven an Bodenschätzen machen ein Investition in Brasilien zu einem soliden Anlagegeschäft. Ausländische Firmen kaufen brasilianische Unternehmen und investieren vermehrt in neue Standorte. Brasilianische Unternehmen investieren im Gegenzug vermehrt im Ausland.
Interkontinentale Handelspartner der Südamerikanischen Länder sind in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika (USA), die Europäische Union, Japan, Russland und in letzter Zeit auch China. Das Erdöl und seine Nebenprodukte stützten diesen internationalen Kommerz mit einer wichtigen Komponente, jedoch hat sich in den letzten Jahren eine Tendenz zur Selbstversorgung entwickelt – Brasilien hat seine Abnahmen aus dem Mittleren Orient reduziert, um sich stattdessen mit Treibstoff aus Argentinien und Venezuela einzudecken. Inzwischen sind die Brasilianer auf so ergiebige Erdöllager vor ihrer eigenen Küste gestossen, dass sie in Kürze nicht nur autark sein werden, sondern auch Öl exportieren können.
Bei einer Bewerbung um eine Beschäftigung in der lateinamerikanischen Wirtschaft, etwa bei einer Auslandsvertretung eines internationalen Unternehmens, wird in der Regel ein Arbeitszeugnis verlangt. Je nachdem, wie die Arbeitszeugnis Formulierungen gestaltet sind, ist es für einen Arbeitnehmer leichter oder schwerer, einen neuen Job zu bekommen. Teilweise scheint die Beurteilung ganz positiv zu sein, doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Zeugnis als ein schlechtes Dokument, sich damit um eine neue Stelle zu bewerben. Sollte der Arbeitgeber tatsächlich wissentlich ein schlechtes Zeugnis ausgestellt haben, hat der Angestellte das Recht, ein neues Zeugnis zu fordern. Dieses muss qualifiziert sein und darf ihn nicht in einem schlechten Licht darstellen.